Wenn jemand an einer Zigarette zieht, atmet die Person nicht „nur Luft“ ein.
Es entsteht Rauch: ein Gemisch aus Gasen und sehr kleinen Teilchen.
Viele dieser Stoffe sind schädlich.
In der Tabelle sollt ihr zu jedem Stoff vier Dinge herausfinden:
Wirkungsort (wo im Körper?), Wirkweise (wie wirkt der Stoff?),
Folge (was passiert danach?) und sonstiges Vorkommen (wo gibt es den Stoff noch?).
1) Nikotin - der Stoff, der abhängig macht
Nikotin gelangt nach dem Einatmen sehr schnell ins Gehirn. Dort beeinflusst es Nervenzellen, indem es an bestimmten Schaltstellen andockt. Das Gehirn reagiert darauf, indem es Botenstoffe ausschüttet, die kurzfristig als angenehm empfunden werden können. Gleichzeitig wird der Körper in Alarmbereitschaft versetzt: Das Herz schlägt schneller und der Blutdruck steigt.
Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper an diesen Zustand. Das bedeutet, dass man immer wieder Nikotin braucht, um sich „normal“ zu fühlen. Genau deshalb kann Nikotin abhängig machen. Interessant ist, dass Nikotin ursprünglich eine Schutzsubstanz der Tabakpflanze ist – es wirkt auf viele Insekten giftig und wurde deshalb früher auch zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.
2) Kohlenmonoxid (CO) - unsichtbar, aber besonders gefährlich
Kohlenmonoxid ist ein Gas, das man weder sehen noch riechen kann. Gelangt es in den Körper, wirkt es nicht direkt auf die Lunge, sondern auf das Blut. Dort blockiert es die Stellen, an die normalerweise Sauerstoff gebunden wird. Das Blut kann dadurch weniger Sauerstoff transportieren.
Die Folge ist, dass alle Organe schlechter mit Sauerstoff versorgt werden. Man wird schneller müde oder außer Atem, und das Herz muss stärker arbeiten, um den Mangel auszugleichen. Kohlenmonoxid entsteht immer dann, wenn etwas unvollständig verbrennt – zum Beispiel bei Autoabgasen, in schlecht funktionierenden Heizungen oder bei offenem Feuer.
3) Teer - klebrig und langfristig schädlich
Teer ist kein Gas, sondern ein Sammelbegriff für viele klebrige Stoffe im Rauch. Diese lagern sich in den Atemwegen ab, besonders in den Bronchien und an den Lungenbläschen. Dort stören sie die natürliche Reinigung der Lunge, weil sie die feinen Flimmerhärchen schädigen, die normalerweise Staub und Schleim abtransportieren.
Bleibt Schleim in der Lunge, kommt es häufiger zu Husten. Außerdem enthält Teer Stoffe, die Zellen verändern können. Deshalb steigt bei langfristigem Kontakt das Risiko für schwere Erkrankungen. Teer entsteht nicht nur beim Rauchen, sondern auch bei der Verbrennung von Holz, Kohle oder Öl.
4) Feinstaub / Rauchpartikel - winzige Teilchen mit großer Wirkung
Im Zigarettenrauch befinden sich extrem kleine Teilchen, die man Feinstaub nennt. Diese Teilchen sind so klein, dass sie tief in die Lunge gelangen können. Dort reizen sie die empfindlichen Schleimhäute.
Der Körper reagiert häufig mit Entzündungen, um sich zu schützen. Dadurch wird der Gasaustausch in der Lunge schlechter: Es gelangt weniger Sauerstoff ins Blut. Feinstaub entsteht nicht nur beim Rauchen, sondern auch im Straßenverkehr, in der Industrie oder beim Heizen mit Holz.
5) Blausäure (Cyanwasserstoff) - Störung der Energiegewinnung
Blausäure wirkt nicht zuerst auf die Lunge oder das Blut, sondern direkt auf die Körperzellen. Diese brauchen Sauerstoff, um Energie herzustellen. Blausäure kann diesen Prozess blockieren.
Obwohl also noch Sauerstoff vorhanden sein kann, können die Zellen ihn nicht richtig nutzen. Sie haben dann zu wenig Energie, um ihre Aufgaben zu erfüllen, und können geschädigt werden. Blausäure wird auch in bestimmten industriellen Verfahren eingesetzt und kommt in der Schädlingsbekämpfung vor.
6) Ammoniak - Reizstoff für die Atemwege
Ammoniak wirkt vor allem dort, wo der Rauch zuerst ankommt: an den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Bronchien. Es reizt diese empfindlichen Oberflächen und kann ein brennendes oder kratzendes Gefühl verursachen.
Zusätzlich verändert Ammoniak die Schleimhäute so, dass andere Stoffe – zum Beispiel Nikotin – schneller in den Körper gelangen können. Das kann die Wirkung von Nikotin verstärken. Ammoniak kennt man auch aus Reinigungsmitteln oder aus der Landwirtschaft, etwa bei Düngemitteln.
7) Formaldehyd - reizend und zellschädigend
Formaldehyd ist ein Stoff, der sowohl die Atemwege als auch einzelne Zellen schädigen kann. Er wirkt stark reizend und kann Entzündungen auslösen. Bei längerem Kontakt können auch tiefere Zellschäden entstehen.
Dieser Stoff wird außerhalb des Rauchens zum Beispiel bei der Herstellung von Möbeln, in Klebstoffen oder in Desinfektionsmitteln verwendet. Im Zigarettenrauch trägt er zusätzlich zur Belastung der Atemwege bei.
Wenn ihr die Bausteine zuordnet, fragt euch immer:
Passt das wirklich zu diesem Stoff – oder klingt es eher nach einem anderen?
Genau so arbeiten auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Sie ordnen Beobachtungen den richtigen Ursachen zu.